Getreidesorten

Quinoa, Chia und Fonio sind nur drei Food-Trends, die derzeit in sämtlichen Fitness- und Diät-Zeitschriften zu finden sind. Allerdings muss gesunde Ernährung nicht immer kompliziert, exotisch und obendrein teuer sein. Der Blick auf regionale Getreideprodukte lohnt sich! Auch Gerste, Rogen und Hafer können mit den modernen Superfoods in puncto Nährstoffe locker mithalten. Wir stellen die heimische Getreidesorten vor und zeigen, wie unkomplizierte Ernährung aussehen kann.

Weizen

Weizen der Gattung Triticum existiert seit etwa 9.000 Jahren und gilt wie die Gerste als primäre Kulturpflanze. Ursprungsgebiet des Weizens ist Vorderasien. Der Name Weizen leitet sich vom "weißen" Mehl der Weizenfrucht ab. Heute ist der Weizen weltweit verbreitet und liegt von allen Getreidearten in der Jahresproduktion an erster Stelle. Auf Rang 1 der größten Weizenproduzenten liegt die Volksrepublik China mit einer Menge von über 120.000.000 Tonnen. Weltweit wurden 2013 mehr als 713 Mio. t Weizen produziert. Deutschland liegt hinter Kanada auf dem siebten Platz. Der Weizen ist somit die wichtigste Getreideart Europas. Die Pflanze bevorzugt lehmhaltige Böden und ist deshalb nicht überall anbaubar.

Weizenähre

Heutzutage sind unzählige Weizensorten vorhanden. Die Züchter bemühen sich seit Jahrhunderten um Verbesserungen des leicht manipulierbaren Weizens mit teilweise fragwürdigen Praktiken der Genmanipulation. Aktuell steht der Saatgut-Hersteller Monsanto in der Kritik, u.a. sog. Gen-Weizen zu produzieren mit noch unbekannten Folgen für die Natur.

Mit Wachstumsregulatoren erreichen die Forscher eine Halmverkürzung von zehn bis zwanzig Zentimetern. Auf die bessere Standfähigkeit wurde prompt mit mehr Dünger reagiert, um höhere Erträge zu erhalten. Durch die vermehrte Düngung und den kürzeren Wuchs traten allerdings vermehrt Krankheiten (Pilze) auf.

Weizen zeichnet sich durch extrem kurze Ähre aus und kaum sichtbare Grannen. Im Vergleich zu den anderen Getreidesorten ist das Korn eher kurz und rund. Bei näherem Betrachten fällt ein leichter Rotstich auf.

In Deutschland wird hauptsächlich Weichweizen - auch bekannt als Brotweizen oder Saat-Weizen bekannt - angebaut. Besonders durch die Verwendung bei der Herstellung von Brot oder anderen Backwaren sowie Malz, Stärke und Alkohol gilt der Weichweizen als die wirtschaftlich bedeutendste Weizenart. Circa die Hälfte der Erntemenge wird als Futtermittel für Tiere verarbeitet.

Das besonders hochwertige Weizenmehl eignet sich hervorragend zum verbacken. Aus diesem Grund wird es vorzugweise neben der Herstellung von Weißbrot auch für feinere Backwaren verwendet. Hartweizen, der in Südeuropa, Amerika und Australien vorwiegend angebaut wird, eignet sich besonders zur Teigwaren Herstellung.

 

NährwertBrennwertKalorienKohlenhydrateEiweißFett
pro 100g1433 kJ341 kcal70,9 g9,8 g1 g

Dinkel

Der Dinkel wird auch Spelz oder bei den Schwaben "Korn" genannt. Namentlich findet der Begriff Spelz auch bei unseren Nachbarn in den USA Wiederverwendung im englischen Wort "Spelt". Dinkel als Nutzpflanze ist seit mehr als 8.000 Jahren bekannt. Er ist ein enger Verwandter des Weizens. Durch die über Jahrtausende währende Kultivierung  sind unzählige Formen und Kreuzungen des Dinkels entstanden. Vom modernen Dinkel bis zur Wildform.

Eine Besonderheit ist, dass der Dinkel über eine brüchige Ährenspindel verfügt. Beim Dreschen fallen die Körner nicht aus den Spelzen. Aus diesem Grund muss durch einen zusätzlichen Arbeitsschritt das Gerben erfolgen. Dies geschah früher in den Wassermühlen, indem man die Steine dafür grober zubereitete und auch weiter als üblich auseinander stellte.

Bis in das 18. Jahrhundert hinein war der Dinkel ein weit verbreitetes Getreide. Mit Einzug der landwirtschaftlichen Industrialisierung geriert der Dinkel allmählich in Vergessenheit. Zusätzlich unterstützt wurde dieser Vorgang durch den vermehrten Anbau des Weizens, welcher auffällig gut auf Kunstdüngerprodukte anspricht.

Dinkelkörner

Im Zuge der immer stärker nachgefragten Bio-Landwirtschaft erfährt der Anbau von Dinkel eine Renaissance. Denn durch die Spelzhülle, die zwar aufwendig in einem Arbeitsschritt entfernt werden muss, ist der Dinkel robust und wetterbeständig. Auch Schädlinge, Pilze und andere belastende Umwelteinflüsse wehrt die umschließende Spelzhülle erfolgreich ab, ohne dass auf zusätzliche Pflanzenschutzmittel und Chemiekeulen zurückgegriffen werden muss. Diese Eigenschaften machen den Dinkel so beliebt bei hiesigen Bio-Bauern. Da ist auch die meist geringere Ernte im Vergleich zum Weizen leicht zu verkraften.

Auch im Mineralstoff und Spurenelemente Vergleich liegt der Dinkel deutlich vor dem Weizen genau wie bei den Vitaminen. Der Eisengehalt von Dinkel beträgt 4,2 Milligramm pro 100g. Weizen kann hier nur 3,3 Milligramm aufweisen. Bei Magnesium sieht es ähnlich aus. Dinkel liegt hier mit 130 Milligramm deutlich vor Weizen mit 97 Milligramm. Darüber hinaus kann Dinkel auch bei Zink, Mangan und Kupfer punkten. Die für das Nervensystem relevanten Vitamine B1, B2, B3 und B6 liegen ebenfalls in erhöhter Form bei Dinkel vor. Wer auf eine ausgewogene Ernährung und insbesondere eine sinnvolle Vitalstoffversorgung des Herzens achtet, sollte unbedingt frisch gemahlenen Dinkel in seinen Speiseplan integrieren!

Für die optimale Zufuhr der Mineralstoff, Spurenelemente und Vitamine in den Körper sowie einen natürlichen Genuss empfiehlt es sich, nur frisch gemahlenes Dinkel-Vollkornmehl zu verwenden.

 

NährwertBrennwertKalorienKohlenhydrateEiweißFett
pro 100g1414 kJ337 kcal63 g12 g3 g

Roggen

Roggen ist wie der Hafer eine sekundäre Kulturpflanze und bereits mindestens seit 8.000 Jahren als Kulturpflanze bekannt. Er ist im Vegleich zu anderen Getreidesorten anspruchslos, wächst auf leichten Sandböden und liefert auch bei kühlem Klima in Küsten- und Gebirgslagen gute Erträge. Aufgrund seiner Abstammung vom anatolischen Bergroggen ist er sehr robust und resistent, insbesondere gegen die beim Weizen gefürchtete Fußkrankheit.

In der Bio-Landwirtschaft wird der Roggen gerade wegen dieser Eigenschaft geschätzt. Hinzu kommt, dass der Roggen durch sein großes Wurzelwerk und sein frühes Entwicklungsstadium kaum Unkraut aufkommen lässt und zur Regeneration müder Böden beiträgt, indem er einen gut durchlüfteten Boden hinterlässt. Grundsätzlich lässt sich zwischen Sommer- und Winterroggen differenzieren. Allerdings wird in Mitteleuropa überwiegend der Winterroggen angebaut, da er als winterhart gilt und Temperaturen von bis zu -25 Grad übersteht. Auch trockene Perioden machen dem Roggen wenig aus.

Deutschland ist weltweit mit Abstand der größte Roggenproduzent mit mehr als 4,6 Mio. Tonnen Jahresernte im Jahr 2013. Darauf folgen die Länder Russland, Polen und die Volksrepublik China.

Roggen ist und bleibt unser wichtigstes Brotgetreide. Allerdings haben die Bauern seine Anbauflächen in letzten Jahrzehnt etwa um ein Drittel reduziert. Dafür wurde mehr Weizen angebaut. Begründet ist das Vorgehen der Bauern durch die Halmlänge des Roggens von über zwei Metern, welche empfindlich auf zu starkes Düngen reagiert mit Auswirkungen auf den Kornertrag. Des Weiteren erschwert dies die Ernte mit dem Mähdrescher. Die Form des Roggenkorns ist länglich und von auffallend blaugrüner Farbe mit Grannen, welche in etwa halb so lang sind wie die Ähre selbst.

Roggenbrot

Roggen ist als Brotgetreide sehr wertvoll, weil er viel Stärke, Eiweiß, Mineralien und Vitaminen enthält. Daher auch die besondere Bedeutung für die Bäckereien. Auch in Müsli ist Roggen vermehrt zu finden, wo er durch seine ballaststoffreichen Inhaltsstoffe für eine ausgewogene Ernährung sorgt. Gerade bei Sportlern ist Roggen ein absoluter Klassiker.

 

NährwertBrennwertKalorienKohlenhydrateEiweißFett
pro 100g1258 kJ300 kcal60 g9 g1,7 g

Gerste

Die Gerste gilt als ältestes Getreide überhaupt. Sie zählt zu den Süßgräsern. Ursprungsgebiet der Gerste sind sowohl der vordere Orient sowie der östliche Balkan. Vermutlich wurde sie in Ostasien schon vor 8.000 Jahren angebaut. Die ältesten Funde über die Nutzung von Gerste reichen bis 15.000 v. Chr. zurück. Bemerkenswert ist, dass sich das Erbgut der Gerste bis zum heutigen Tage kaum verändert hat. Die 0,7 bis 1,2 Meter Höhe Getreidepflanze wächst in nördlichen Breiten und in Höhenlagen. Durch ihr anspruchsloses Wesen gedeiht sie auch auf kargem Boden.

Die Gerste ist neben dem Weizen die in Europa am häufigsten angebaute Getreideart. Größter Gersteproduzent ist Russland mit über 20 Mio. t im Jahr 2014. Danach folgen Frankreich und Deutschland mit jeweils mehr als 11 Mio. t. Großabnehmer sind heutzutage hauptsächlich Brauereien, die Gerste als Rohstoff für die Malzherstellung verwenden. Die Brauereien verwenden überwiegend die sogenannte Sommergerste. Darüber hinaus findet die Gerste noch Verwendung als Futtermittel, wobei hierfür hauptsächlich die Wintergerste durch ihre höhere Energie und mehr Eiweiß zum Einsatz kommt. Insgesamt betrachtet wird nur ein kleiner Teil der Gerstenernte für die menschliche Ernährung genutzt. Neben der Bierherstellung findet man die Sommergerste auch in der Verarbeitung von Malzkaffee.

 

Gerstenfeld
Gerstenbier
Malzkaffee
Merkmal der Gerste sind die lang hervorstehenden Grannen, die meist länger als die abgeflachte Ähre selbst sind. Die Vollgerste hat eine länglich ovale Form mit grau bis blaugrüner Färbung. Die wertvollen Mineralstoffe und Vitamine befinden sich wie bei allen Getreidearten in den Randschichten des Korns. Schon seit der Antike ist Gerste als Heilmittel und für seine Bekömmlichkeit bekannt. Insbesondere die in der Gerste enthaltene Kieselsäure verbindet sich mit Zucker zu einer das Nervensystem und den Stoffwechsel stärkenden Einheit. Kieselsäure stärkt das Bindegewebe und die Bänder. Gerstenschleim hingegen wirkt beruhigend bei Reizungen der Schleimhäute von Magen und Darm. Gerste enthält wie auch Weizen Gluten, jedoch in deutlich geringeren Mengen. Somit bildet sie eine Alternative für Personen mit Glutenunverträglichkeit.
 

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NährwertBrennwertKalorienKohlenhydrateEiweißFett
pro 100g1413 kJ337 kcal67,7 g10 g1,9 g

Hafer

Der Hafer ist, der zur Familie der Süßgräser gehört, ist wie auch der Roggen eine sekundäre Kulturpflanze. Zunächst trat er als „Unkraut" zwischen Gerste und Weizen auf und wurde erst später gezüchtet. Die circa 25 Arten sind einst aus Vorderasien zu uns gekommen und gedeihen am besten in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit und guter Wasserversorgung. Niederschläge machen der Pflanze nichts aus. Hafer stellt auch an den Boden keine besonderen Ansprüche, sondern ist sehr anpassungsfähig. Diese Vorzüge erleichtern den Anbau und führen letztlich zu preisgünstigen Haferprodukten wie den Haferflocken.
Aufgrund der Anspruchslosigkeit und Widerstandsfähigkeit in schlechten Jahren konnte sich der ehemals wilde „Flughafer“ an extremen Standorten als eigenständige Getreideart behaupten.

In der Landwirtschaft wird der Hafer in der Regel am Schluss angebaut, weil er für Krankheiten vorhergehender Getreidearten nicht anfällig ist. Er gedeiht auch auf Böden, die von Natur aus der bedingt durch zuvor angebaute Kulturen mager sind. Hafer ist dafür bekannt die Qualität des Bodens verbessern zu können. Er erleichtert sogar den nachfolgenden Anbau aller Feldfrüchte.

Hafer ist das einzige bei uns beheimatete Getreide mit einer Rispe als Fruchtstand. Das Haferkorn ist schmal, lang und hellbraun gefärbt. Sein hoher Fettgehalt macht es vergleichsweise weich. Der Hafer wird als ganzes Korn verwendet. Er wird in groben und feinen Flocken, Grütze, Mehl oder sogar Hafermilch in den Supermärkten und Bio-Läden angeboten. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war der Hafer Grundnahrungsmittel für die breite Bevölkerungsschicht.

Hafer

Was macht den Hafer so gesund? Vor allem der hohe Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und Fetten macht ihn zu einer der gesündesten Getreideart. Er enthält besonders viel Vitamin B1, welches auch als das „Nerven—Vitamin" bekannt ist, Eisen und für das Herz-Kreislaufsystem wichtige Fettsäuren, die den Cholesterienstoffwechsel entlasten.

 

NährwertBrennwertKalorienKohlenhydrateEiweißFett
pro 100g1594 kJ381 kcal62,8 g13,8 g7 g

Hirse

Die Hirse gehört zu den Rispengetreidearten, wie auch der Hafer und der Reis. Hirse oder Hirsen-Fennich, wie dieses Korn auch heißt, soll das älteste Getreide sein. Im Altertum und Mittelalter waren unterschiedliche Hirsearten in Europa lange Zeit die Nahrung der ärmeren Bevölkerung - bis sie von der Kartoffel abgelöst wurde. Die ältesten Funde von Rispenhirse in Deutschland stammen aus der Zeit von 5.500 bis 4.900 v. Chr. In der Römerzeit war Hirse neben dem Hafer die Hauptnahrung der Germanen. Der Name leitet sich daher auch aus dem altgermanischen Wort hirsa ab, was soviel wie "Sättigung, Nährung, Nahrhaftigkeit" bedeutetHirse, die zu den Süßgräsern zählt, ist eine kälteempfindliche Pflanze. Es bedarf eines mildes Klima und lockeren, sandigen Bodens, damit die Getreidepflanze gedeiht. Hirse wird 50 bis 80 cm hoch. Ihr Stängel ist ganzheitlich behaart. Die Rispen hängen einseitig herunter.Noch heute gilt Hirse in vielen Teilen Afrikas ud Asiens als Hauptnahrungsmittel, wobei zunehmen Mais an Bedeutung gewinnt. Insgesamt wurden 2013 weltweit über 90 Mio. Tonnen Hirse produziert für die Weiterverwendung als Hirsebrei und Futtermittel. Geringe Mengen werden in Afrika und China für die Herstellung traditioneller Biere und Schnäpse verwendet. Hierzulande stellen auch Brauereien glutenfreies Bier her, wie beispielsweise das "Riedenburger" oder "Schnitzer Bräu".

Hirse

Die Hirse feiert durch ihre äußerst postitiven Eigenschaften, wie Ernährungswissenschaftler erst kürzlich herausgefundenhaben, ein Comeback in deutschen Haushalten. Vor allem durch die enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente, wie Magnesium, Silicium und insbesondere Eisen, wirkt sie sich positiv auf Knochen, Haut, Gelenke und Haar aus. Als glutenfreies und nicht schleimbildenes Getreide gilt es als atraktiv für Personen mit Magen-Darm-Problemen.Auch in punkto Eisengehalt ist die Hirse Spitzenreiter unter den Getreidesorten. Schon 50 g decken den Tagesbedarf und wirken so unterstützend bei der Blutbildung und beim Sauerstofftransport. Darüber hinaus unterstützt Eisen die Hirnreifung und die mentale Fitness. 

NährwertBrennwertKalorienKohlenhydrateEiweißFett
pro 100g1516 kJ361 kcal69,8 g10 g3,5 g

 

Mais

Der Mais, der ebenfalls zur Familie der Süßgräser gehört, ist ursprünglich das mexikanisch-tropische Getreide. Aufgrund seiner Größe ist er ein Gigant gegenüber Hafer, Roggen, Weizen, Gerste und allen anderen Getreidesorten. In Teilen Mexikos erreicht die Maispflanze Höhen von bis zu 5 m. Der Mais besitzt ein kräftigen Halm und entwickelt ein breites Blattelement. Stabilisiert wird der Halm wahrend des ganzen Wachstums durch das Halmmark. Ist die Pflanze ausgewachsen, offenbart sie in der Mitte des Halmes und der Blätter den Fruchtblütenstand. Dieser entwickelt sich als Ähre zu einem Maiskolben. Die einzelnen Fruchtblüten sind anfangs nicht sichtbar. Große grüne Hüllblätter - man nennt sie „Lieschen“ — umwickeln den kompakten Fruchtstand. Sie lassen an der Spitze der Hülle eine Öffnung frei, durch die im Laufe des Wachstums eine große Anzahl von Fäden wachsen, die Quaste genannt werden. Die Maisfrucht besitzt von allen Getreidearten die größten Körner.

getrocknete Maiskolben

Die USA sind auch im Jahre 2014 der größte Maisproduzent weltweit mit mehr 360 Mio. Tonnen. Deutschland liegt weit dahinter auf Platz 23 mit gerade einmal 5 Mio t. Nur etwa 15 % der globalen Maisernte werden als Lebensmittel verwendet. Hauptsächlich wird er als ergiebiges Viehfutter für Nutztiere verfüttert. Allerdings wird Mais - neben Weizen, Zuckerrüben, Raps und Zuckerrohr - auch vermehrt für die Produktion von sog. Biotreibstoff, hierzulande besser bekannt als E10, genutzt. In den USA wird mittlerweile schon mehr als ein drittel der Maiernte zu Bioethanol verarbeitet.

Der Mais gehört somit heute zu den bedeutensten kulturpflanzen der Menschen. Als Nahrungspflanze bietet der Mais viele Variationen:

  • in Italien nutzt man Mais für die „Polenta”
  • in Nordamerika entsteht „hominy“, d. h. Breie aus grob geschroteten Maiskörnern
  • Maismehl ist in Deutschland als Maizena bekannt, ebenso wie die Maisstärke, welche als Mondamin verkauft wird
  • morgens essen viele von uns Cornflakes; diese knusprigen, blattdünnen, gerösteten Maisflocken
  • der Maiszucker ist als Dextropur bekannt
  • aus den „Lieschen“ hat man früher Zigarettenpapier hergestellt (gibt es heute noch in Frankreich)
  • in holzarmen Gegenden Amerikas, insbesondere in den Steppen und bergigen Regionen, hat man früher Maiskolben zum Heizen verwendet

Neben der Verwendung des Mais als Nahrung für Mensch und Tier findet man Mais auch in Einweggeschirr, T-Shirts oder Verpackungsmaterial wieder. Die Geschichte des Mais in Europa begann mit Kolumbus, der den Mais in Amerika fand und die ersten Körner nach Spanien brachte. Von dort aus verbreitete sich das Korn rasent schnell über Italien bis in die Türkei. Daher auch der frühere Name Welschkorn oder später Türkenkorn. Die Bezeichnung Kukuruz ist der slawische Name. In Amerika entstand die Bezeichnung "Mais", welche auch bei uns zur Anwendung kommt.

Mais besitzt wertvolle Inhaltsstoffe wie Eisen, Kalium, Kalzium, Natrium, Phosphor und Zink. Dazu kommen verschiedene B-Vitamine, Provitamin A sowie Vimatin C. Der hohe Anteil an Wasser, immerhin rund 72 Prozent, und Ballaststoffen beflügeln die Verdauung.

Ein Tipp: Wer abends vorm Fernseher Lust auf einen Snack hat sollte zu Popcorn greifen. Allerdings nicht den überzuckerten aus der Tüte. Popcorn lässt sich einfach selbst im Topf zubereiten. Dazu spezielle Popcorn-Maiskörner in einen auf 200 Grad vorgeheizten Topf geben, bis der Boden bedeckt ist. Nun 2 Esslöffel Sonnenblumenöl zugeben und nach 30 Sekunden mit dem Rühren anfangen. Doch Vorsicht: Die platzenden Körner fliegen euch um die Ohren, also Deckel drauf oder einen genialen Helfer, wie den Popcorn-Loop nutzen!
 

NährwertBrennwertKalorienKohlenhydrateEiweißFett
pro 100g1385 kJ331 kcal65,7 g8,5 g3,8 g

Reis

"Möge dein Reis nie anbrennen!", so lautet ein chinesisches Sprichwort. Die enorme Bedeutung von Reis in China geht aus dem Sprichwort hervor. Im Reich der Mitte wächst ca. ein Drittel des auf der ganzen Welt angebauten Reises. Mit über 205 Mio. t produziertem Reis in 2014 liegt Spitzenreiter China weit vor Indien und Indonesien. Wichtige Reislieferanten für die Welt sind Birma, Thailand und mittlerweile Nordamerika. Bei letzterem werden im Gegensatz zu den anderen Ländern riesige Maschinen zum Reisanbau und zur Ernte eingesetzt. Sogar in Europa wird Reisanbau in Ländern wie Italien, Südfrankreich, Spanien  und Ungarn betrieben. Reis ist für mehr als die Hälfe der Weltbevölkerung Grundnahrungsmittel Nummer ein. In Teilen Asiens stellt Reis sogar mehr als 80 % der gesamten Nahrung dar. Nur von Zuckerrohr und Mais werden noch größere Mengen produziert. Allerdings nicht zwangsläufig für die Nahrungsversorgung der Bevölkerung.

Die ersten Vorschriften über Reisanbau in China wurden um das Jahr 228 v. Chr. erlassen. Die berühmten Reis-Terrassen auf den Philippinen sind vermutlich schon mehr als 2.000 Jahre alt. Der Siegeszug des Reises begann in China und verlief über Japan und Indien. Später gelang er in den arabischen Raum. Von dort aus brachten die Araber ab dem 5. Jahrhundert den Reis nach Spanien und Italien. Der Reisanbau in Mittel- und Südamerika geht zurück auf die Ländereroberung der Spanier und Portugiesen und der damit verbundenen Schifffahrt.

Reis gehört zu den Rispengetreidearten. Die Kulturreispflanze kann bis zu 1,6 m groß werden und bis zu 3.00 Früchte tragen. Weltweit gibt es mehr als 8.000 verschiedene Reissorten. Das Reiskorn wird aus hauptsächlich aus der Reispflanze Oryza sativa gewonnen. Durch die Weiterverarbeitung des Korns, bei der das umschließende Silberhäutchen sowie der Keimling entfernt werden, verbessert sich die Haltbarkeit. Dadurch verliert der Reis aber den größten Teil der enthaltenen Mineralstoffe und Vitamine.

Reistreppen in China

Der geerntete Reis ist Grundlage zahlreicher Produkte, z.B. der Reiswein, auch Sake genannt, oder der Arak, das ist ein Reisschnaps. Reisstärke wird zu essbarem Reispapier verarbeitet. Die Stängel und Blätter werden zu Reis-Matten und Hüten geflochten. Reiskleie und Reismehl werden in großen Fabriken zu Tierfutter verarbeitet. Die Spelzen der Pflanze werden als Dünger für die Erde benutzt.

Reis enthält im zahlreiche Vitamine und Kohlenhydrate satt, die für die Ernährung wichtig sind. Insbesondere das ungeschälte Reiskorn, auch brauner Reis, Naturreis oder Cargoreis genannt, ist reich an Vitaminen, Spurenelementen und Eiweiß. Komplexe Kohlenhydrate sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Das aus essentiellen Aminosäuren bestehende Eiweiß im Reis ist für den Menschen besonders wertvoll. Reisprotein zählt zu den leider wenig bekannten Superfoods und eignet sich hervorragend für den Muskelaufbau aufgrund eines fast perfekten Aminosäureprofils.

 

NährwertBrennwertKalorienKohlenhydrateEiweißFett
pro 100g1460 kJ352 kcal74,1 g7,8 g2,2 g

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